Die Biografie
Alexander Osang wurde 1962 auf der östlichen Seite von Berlin geboren, wo er auch aufwuchs. Er
studierte Journalistik in Leipzig und wurde danach Reporter.
Später wurde er dann Chefreporter für die Berliner Zeitung, bei der er nach der Wende auch blieb und wo
er heute als Kolumnist arbeitet. Seit 1999 arbeitet er für den Spiegel, für den er ständig aus New York
berichtet.
Der Schreibstil
Hier möchte ich mich einer Aussage des "Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" anschliessen:
«Alexander Osang schreibt spritzig, spontan und direkt. Er liefert keine Portraits im engen Sinne, sondern
eher Momentaufnahmen, feinsinniger Reportagen über Ereignisse, bei denen die Menschen viel von sich
preisgeben - wenn man genau hinschaut oder hinhört.»
Aus seiner Biographie ist schon ersichtlich das Osang Journalist ist. Und genau so ist auch sein
Schreibstil; er ist kein Erzähler, sondern ein Beobachter, der seine Entdeckungen schnell und skizzenhaft,
dafür aber sehr genau und treffend, zu Papier bringt.
Sein Romandebüt veröffentlichte er 2000 bei S. Fischer. Dabei wurde der Roman, ("die nachrichten") von
der Presse stark beachtet. Ob er hielt, was er versprach? Ein echter Osang, nun aber im Erzählstil und
450 Seiten lang - meinen die Einen. Zu lang - so meinen die Anderen.
Die Werke
Aufsteiger - Absteiger, 1992
Die erste Veröffentlichung beim Berliner Links-Verlag; die Reportagen von Osang sind seit seiner Zeit
bei der Berliner Zeitung fast schon Legenden und werden nun in einem ersten Band in den Buchhandlungen
verkauft - die Reportagen sind neu, es werden also keine bereits bekannten Texte veröffentlicht.
Das Buch der Versuchungen, 1996
Osangs literarischen Reportagen gehen weiter. Mit dem Untertitel "20 Portraits und eine Selbstbezichtigung"
geht es nun um die "Großen" und "Kleinen" der Nachwendezeit und wie sie ihr Leben gestalten
(bzw. verunstalten).
Ankunft in der neuen Mitte, 1999
Sein fünftes Buch bei Links: Die Jahre nach dem Umbruch scheinen beendet, es kann eine erste Bilanz
gezogen werden. Osang tut dies - in Form der gewohnt präzisen und detaillierten, teils mit spitzer Feder
geschriebenen Portraits über Sieger und Verlierer.
die nachrichten, 2000
Osangs Romansdebüt (bei S. Fischer), daß für viel Presse gesorgt hat, weil er sich nach seinen Reportagen
erstmals an einen mehrere huntert Seiten umfassenden Text gewagt hat. Ich habe das Buch sehr gerne
gelesen, obwohl seine Kritiker vielleicht nicht zu unrecht behaupten, daß das Buch sene Längen hat.
Spannender Gesellschaftsroman um einen Nachrichtensprecher in Hamburg, der aus der ehemaligen DDR kommend
den Absprung in den "Westen" geschafft zu haben scheint - aber eben nur scheinbar.
Adnoten
Ich selber habe den Roman "die nachrichten" kurz nach seinem Erscheinen gelesen - und ihn gleich bei
meiner Prüfung verwurstet. Was schade war. Denn leider stand ich mit meiner Meinung ziemlich allein da.
Trotz allem war es Alexander Osang bestimmt wert, daß ich mich länger mit ihm befaßt habe
(Gespräche mit Herrn Gommel, Herrn Links und Herrn Krauß eigeschlossen).
Es ist mir in der Prüfung nicht gelungen, "die nachrichten" als einen Erfahrungsroman zu bewerten - die
Lehrer waren anderer Meinung ...
Besonders empfehlenswert sind aber auch seine Reportagen, die bei Ch. Links erschienen sind und die man
unbedingt gelesen haben sollte. Leider sind nicht mehr alle lieferbar ;-(
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Autor: Christian Wüstling