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ernst jünger

Die Biografie

E. Jünger wurde 1895 als ältestes von 7 Kinder geboren. Er stammte aus einem sehr kultivierten Haushalt, in dem er stets zwischen der naturwissenschaftlichen Prägung seines Vaters und der Musikalität der Mutter stand.

Ernst Jünger war seines Zeichen ein durchschnittlicher bis schlechter Schüler gewesen, der im Alter von 18 Jahren sein Elternhaus verließ. Seine weiteren Lebensstationen sollten von da ab prägend werden für sein literarisches Werk:
Freiwilliger bei der Fremdenlegion, Einsatz in beiden Weltkriegen mit vielen Verwundungen, aber auch vielen Auszeichnungen. Er wurde u. a. im Kaukasus und im Frankreichfeldzug eingesetzt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde es ruhiger um ihn. Er schrieb viele Bücher und bekam für eben diese verschiedene Preise (z.B. «Prix Europe-Littérature», Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main) verliehen. Ab den 60er Jahren geriet er zunehmend in die Kritik ob seiner pro-nationalistischen Einstellung.


Der Schreibstil

Wie schon oben angedeutet ist sein literarisches Werk durch sein Leben stark geprägt, und eben wie Jüngers Leben, so sind auch seine Bücher: erfüllt und voll, martialisch und kühl, aber auch distanziert und fein komponiert (oder schwärme ich jetzt doch zuviel?).

Seinen literarischen Durchbruch schafft Ernst Jünger 1920 mit seinem Buch "In Stahlgewittern", in dem er auf sehr deutliche Art und Weise, ohne belehrend oder wertend wirken zu wollen, seine Erlebnisse verarbeitet. In deutlichem Unterschied zu E. M. Remarque beschreibt er aber eher die Situation als Ganzes; er ist faziniert von den "Elementen", die um ihn herum wirken.

Und so zieht sich dieser Stil auch durch seine weiteren Werke (die ich bei weitem nicht alle gelesen habe!): Eine kühle, beschreibende Distanz voll von deftigen Bildern und martialischen Metaphern, die oft großen Naturereignissen entlehnt sind. Er beschäftigt sich mit den geschichtlichen Ereignissen seines Jahrhundert, mit den Individuen vor diesen überwältigenden Kulissen. Geschrieben in einem sehr schönen Stil, sehr überlegt geschrieben und in einer äußerst gewählten Sprache, die mir von dem Werk "Auf den Marmorklippen" sehr im Gedächtnis geblieben ist.


Die Werke

In Stahlgewittern, 1920
Das große Standardwerk von Ernst Jünger, daß er den Gefallenen des 1. Weltkriegs gewidmet hat. Es stellt eine sehr metaphorische und wortgewaltige Beschreibung seiner Erlebnisse im Krieg dar und unterscheidet sich damit stark von den Berichten seiner Zeit. Es wurde zum größten Angriffspunkt seiner Kritiker.

Afrikanische Spiele, 1936
Ebenfalls sein eigenes Leben: Die Zeit in der französischen Fremdenlegion. Ein Bericht wie aus einem Ferienlager, beginnend mit der Aufnahme in die Legion bis hin zu seiner Entlassung (und nicht weiter ...). Auch hier liest man schnell den Jünger aus den "Stahlgewittern" - das Leben im Krieg als ein Abenteuer zur Breicherung desselben.

Auf den Marmorklippen, 1939
Seine literarisch wohl glanzvollste Erzählung, die ich jedem empfehle, der mehr von Ernst Jünger lesen möchte als nur die "Stahlgewitter". Zum Hintergrund: Er schrieb das Werk wenige Monate vor Ausbruch des Krieges und malt ein erschreckendes Bild einer tyrannischen Herrschaft, die sich bald darauf in Deutschland voll entfalten sollte.

Der Waldgang, 1957
Sicherlich literarisch anspruchsvolle Arbeit über eine weitere Modellgestalt, die Jünger an die Seite von Arbeitern und unbekannten Soldaten stellt. Der Waldgänger als ein im Leben verankertes Individuum auf dem Weg in den eigenen Widerstand.

Empfohlen sei an dieser Stelle noch das Buch "Tagseite - Nachtseite" von Katharina Ayen: Maximen und Gedanken aus dem Werk Ernst Jüngers.


Adnoten

Auf Ernst Jünger bin ich durch ein Referat eines Mitschülers in der Berufsschule aufmerksam geworden. In diesem Referat wurde die Kritik an der Person Jüngers noch einmal deutlich herausgehoben. Die Kritik an einer Person, die sich von dem nationalsozialitischen Regime nicht öffentlich distanziert hat und sich der Entnazifizerung nach dem 2. Weltkrieg entzogen hat. Und die Kritik an einer Person, die vom Krieg stets distanziert, nie aber negativ wertend sondern eher heroisierend geschrieben hat.

Trotzdem sei an dieser Stelle seine Literatur sehr empfohlen, empfohlen als das Zeugnis eines Mannes, der die beiden Weltkriege bewußt miterlebt hat und der darüber berichtet, aus seiner persönlichen Sicht "sein" Jahrhundert beschreibt und so zu einem wichtigen Zeugen wird.

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Autor: Christian Wüstling